Diakonisse Erika Strubl

Abschied von Schwester Erika Strubl
„Es war mein Leben hier in der Diakoniestation“
 
 
„Ich habe in der Diakonie gearbeitet, nicht weil es mein Arbeitsplatz war, sondern mein Auftrag, mein Leben als Diakonisse“. So schaut Schwester Erika Strubl auf ihre Kissinger Zeit zurück, die nun zu Ende geht. 17 Jahre arbeitete sie als Gemeindekrankenschwester in der Diakoniestation unseres Diakonischen Werkes.

Nachdem sie bereits im vergangenen Jahr die Pensionsgrenze erreicht hatte, verlängerte sie auf Bitte des Vorstands noch einmal um ein Jahr. Nun lässt sie sich zurückrufen ins Diakonissen-Mutterhaus der Diakoniegemeinschaft Puschendorf.

Von dort war sie im Jahre 1990 dem Ruf in die Gemeindekrankenpflege nach Bad Kissingen gefolgt. „Bad Kissingen ist mir ans Herz gewachsen“, so bekennt „Schwester Erika“, wie sie von allen genannt wird. Getreu ihrem Wahlspruch „Mit Herz und Verstand“ war sie mit Leib und Seele für alle, die ihrer Hilfe bedurften, ständig im Einsatz.

„Es ist ein Dienst im Verborgenen, der von der Öffentlichkeit meist nicht wahrgenommen wird“, so sagt sie im Rückblick. „Aber die Menschen, die ich gepflegt habe und für die ich da war, die wissen und wussten diesen Dienst zu schätzen – und das ist die Hauptsache!“

Schwester Erika Strubl wurde Ende 1941 in Rossbach, Kreis Asch, im Sudetenland geboren. 1946 musste sie zusammen mit Mutter und Bruder die Heimat verlassen und fand in Lippertsgrün bei Naila/Oberfranken eine neue Heimat.

Die entscheidende Wende für ihr späteres Leben brachte eine Freizeit für Mädchen in der Hersbrucker Schweiz. Damals sei ihr bewusst geworden, dass Gott sie kennt und seine Liebe auch ihr gilt. So sei sie innerlich bereit gewesen, als sie ein Rundschreiben des damaligen Landesbischofs, Hermann Dietzfelbinger, zum Diakonischen Jahr in die Hände bekam.

Im Januar 1964 fuhr sie zur Diakoniegemeinschaft nach Puschendorf bei Fürth, um dort ein Diakonisches Jahr zu absolvieren. Danach sei ihr klar geworden, dass sie ihr Leben ganz in den Dienst am Nächsten stellen wolle. Nach einem Jahr Schwesternschule im Mutterhaus Puschendorf, folgte die Krankenpflegeschule in Marktredwitz. Vier Jahre arbeitete sie schließlich im Krankenhaus Marktredwitz und wechselte danach auf die Pflegestation des Altenheimes in Puschendorf.

1971 wurde sie in die Gemeindekrankenpflege nach Gmund am Tegernsee entsandt, 1987 hieß es für sie nach Bamberg umziehen, ehe sie ihr Weg drei Jahre später nach Bad Kissingen führte.
Schwester Erika Strubl hat nicht nur die Diakoniestation, sondern das gesamte Diakonische Werk Bad Kissingen in diesen 17 Jahren nachhaltig geprägt. Daneben hat sie auch in unserer Kirchengemeinde an verschiedenen Stellen segensreich gewirkt.

Namens der Kirchengemeinde und des Diakonischen Werks Bad Kissingen sagen wir von Herzen Dank für diesen Dienst im Geiste der Nächstenliebe. Es ist für sie sicher das schönste Abschiedsgeschenk, wenn die Arbeit in der Diakoniestation in ihrem Sinne weitergeführt wird.

Pfarrer Jochen Wilde
Klaus Lotter
 
aus:
Gemeindebrief miteinander 2007-3, Seite 6