Johanneskirche

 
 
 
 
Die Johanneskirche
 
Die von Architekt Gerhard Grellmann geplante Johanneskirche wurde am 22. Sept. 2002 eingeweiht.
 
 
Der blaue Quader am Glockenturm ist von weitem sichtbar und weist auf das Thema der Kirche hin: Wasser. Damit ist ein Bezug hergestellt zu dem Schatz des kleinsten bayerischen Kurortes, der Heilwasserquelle.
 
 
Vorbei an einem Brunnen führt der Weg in die Kirche.
 
 
Ein rotblaues Band an der Decke des Eingangsbereichs geleitet den Besucher in den Kirchenraum. Es wurde gestaltet von dem Schweinfurter Künster Norbert Kleinlein.
 
Das farbige Band erinnert an das Wasser (blau) und den Heiligen Geist (rot) und an einen Satz Jesu aus dem Johannesevangelium (Joh. 3,5):  „Es sei denn, dass jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.“
 
 
In der Mitte des Kirchenraums steht ein von dem Künstler Werner Mally (München) aus Pappelholz gestalteter Altar (siehe Fotos der ersten Bearbeitung). In dem spiralförmig aufgeschnittenen Stamm deutet der Künstler den Beginn und das Ende des Lebenslaufes an. 
 
Die aufsteigende „Lebensspirale“ umkreist dabei einen in der Mitte offenen Raum. Dieser entstand durch eine gegenläufige konische Entkernung des Altars. So schuf Mally die sich nach unten hin weitende Öffnung inmitten des Altars.
 
 
Wer durch die kleine Öffnung von oben hineinblickt, dem strahlt aus der Tiefe ein goldleuchtendes Kreuz entgegen.
 
Der in den Tod hinabgestiegene und auferstandene Christus lädt die Menschen an seinen Tisch, um beim Empfang des Abendmahls seine Gegenwart zu verspüren.
 
 
Der Taufort wurde als „Kern“ dem Altartisch entnommen. Seine Form entspricht dem konischen Kern des Altartisches.
 
Auf den Kopf gestellt und wieder zusammengesetzt ergeben beide – Kern und Altartisch – den ursprünglich geschlossenen Baumstamm.
 
 
Im oberen Bereich des Taufortes sind Blütenblättern gleich einige dünne Scheiben aufgelegt. Die oberste leuchtend blau bemalte Scheibe trägt die gläserne Taufschale.
 
 
An der rechten Seitenwand sind zwei Stahlplatten aus rostigen Stahl angebracht, auf denen sich die Hohlform des Kreuzes abzeichnet, das neben dem Lesepult steht.
 
Jeder Getaufte ist in seiner Taufe mit Christus auferstanden zu einem neuen Leben. Er kann sich an den Geboten, die in den zwei „Tafeln“ links und rechts angedeutet sind, orientieren und darf durch die in Jesu Tod und Auferstehung geschenkte Vergebung immer wieder neu anfangen.
 
 
Am der hell strahlenden Frontwand der Kirche befindet sich eine von Werner Mally gestaltete thermisch-kinetische Installation.
 
Über ein Dutzend etwa einen halben bis drei Meter lange, aus Rundstäben (Ramin) hauchdünn und spiralförmig geschnitzte Federn, sind dort mit Nylonseilen aufgehängt. Weiß gestrichen vor weißer Wand sind sie nahezu unsichtbar. Allein das seitlich und von oben einfallende Licht betont die Licht- und Schattenseiten der Federn.
 
Beim geringsten Luftzug geraten sie in Bewegung. In der langsamen Drehbewegung „schrauben“ sich Lichter und Schatten abwechselnd nach unten oder oben um sich schließlich in der spitz zulaufenden Feder wieder aufzulösen.
 
Im faszinierende Spiel von Licht und Schatten und den unvorhersehbaren Bewegungsabläufen spiegelt sich die Bewegung des Lebens wider, seine Licht- und Schattenseiten. Zugeleich lassen einen die bewegten Teile auch an die Feuerflammen auf den Häuptern der Jünger in der Pfingstgeschichte denken.
 
 
Das vor der Frontwand stehende Lesepult und das Kreuz daneben wurde von Werner Mally aus rostigem Stahl gefertigt.
 
Gott kommt mit seinem Wort in eine vergängliche und leidvolle Welt und schenkt ihr durch die Botschaft des Evangeliums von Jesus Christus Hoffnung über das Vergehende hinaus.
 
Text und Fotos: Friedrich Mebert