Gottesdiensträume vor 2002

Bis 1933 fanden in Aschach in einem Schulzimmer, das von der Ortsgemeinde zur Verfügung gestellt wurde, evangelische Gottesdienste statt.

1933 wurde ein kleines Backsteinhaus neben dem "Spital" angemietet, das wegen seiner früheren Verwendung der "Isolierbau" genannt wurde. Hier wurde ein Betsaal eingerichtet. In einem Bericht des Pfarramts über die Neueinrichtungen im Jahr 1933 heißt es:
 
"In Aschach wurde für die Gottesdienste ein Raum in dem ehemaligen Distriktkrankenhaus von dem Bezirksamt Bad Kissingen um 6 RM jährlich gemietet. Der Raum wurde mit Hilfe Kissinger Gemeindeglieder enfach, aber geschmackvoll ausgestattet. Am 3. Adventsonntag wurde er zum ersten Male in Gebrauch genommen. Der eigene Betsaal bedeutet gegenüber dem Schulzimmer, das bisher bereitwillig von der Ortsgemeinde zur Verfügung gestellt war, einen wesentlichen Fortschritt. Der Besuch des Gottesdienstes erfährt eine Steigerung."
 
Nach dem 2. Weltkrieg fanden viele heimatvertriebene Familien aus Ostpreußen, Schlesien, Pommern und aus dem Sudetenland in Aschach und auch in den umliegenden Orten eine neue Heimat.
 

 
Von 1947 bis 1965 kam einmal wöchentlich Gemeindehelfer Hermann Paul mit seinem bei den Schülern in lebendiger Erinnerung gebliebenen Zündapp Moped nach Aschach, um die evangelischen Schüler*innen aus Aschach, Bad Bocklet und Großenbrach zu unterrichten.
 
Foto Eiche
 
Im Sommer fand der Unterricht oft auch unter einer heute noch am Ortsrand stehenden großen Eiche statt.
 
Um das Jahr 1950 wurde der Isolierbau abgerissen und stattdessen von 1950 bis 1953 ein Schulraum im Gemeindehaus Aschach für den evangelischen Gottesdienst zur Verfügung gestellt. Der neue Betsaal wurde bestuhlt und das Lehrerpult als Altar genutzt.
 
Die Gottesdienste wurden gehalten von Pfarrer Muth, Pfarrer Winkler und Lektor Willi Falkenberg. Das alte Harmonium bespielte Herr Karl Neckermann, ein Landwirt aus Aschach.
 
Im Jahr 1953 erfolgte dann der Umzug in das „Spital“ von Achach, in dem sich bis heute Mietwohnungen der politischen Gemeinde befinden. Durch die Zusammenlegung von zwei größeren Zimmern entstand nun der neue Betsaal mit einem kleinen hölzernen Altar und einem Rednerpult, das als Kanzel diente.
 
Die Mutter von Herrn Reinhard Auge aus Aschach war Mesnerin und verwaltete die Abendmahlsgeräte. In dieser Zeit besuchte auch Graf Karl von Luxburg, der damalige Besitzer von Schloss Aschach, den Gottesdienst im Betsaal.
 
Im Jahr 1955 wurde der Betsaal in Aschach wieder aufgegeben, nachdem die Gemeinde Bad Bocklet den großen Lesesaal im Brunnenhaus für die evangelischen Gottesdienste zur Verfügung stellte. Hier trafen sich nun von 1955 bis 1963 die evangelischen Christen aus den Ortschaften Aschach, Steinach, Hohn, Roth, Großenbrach, Windheim, aus Burkardroth und den umliegenden Dörfern zum Gottesdienst. Herr Fritz Auge, der von 1970 bis 1982 Mitglied im Kirchenvorstand und bis 1990 Küster war, transportierte mit seinem Sohn Reinhard das alte Harmonium mit einem Handwagen von Aschach nach Bad Bocklet.

1963-2002 Erste Ev. Kirche Bad Bocklet



Die Planungen einer eigenen „Kirche“ zogen sich lange hin, bis dann das Montagegemeindehaus in Bad Bocklet unter Mithilfe etlicher freiwilliger Helfer vor allem aus den Familien Auge, Keuler, Maier, Samko und Wendel im Jahr 1963 errichtet wurde. (mehr...)


Foto: Reinhard Auge, Aschach

Ein großes Problem war der oft aufgeweichte Zufahrtsweg von der Hauptstraße bis zur Kirche.Herr Fritz Auge organisierte die Anfahrt von mehreren Lastwagenladungen von Heizungs-Schlacke aus der amerikanischen Kaserne in Bad Kissingen und der damalige Bürgermeister Alois Gundelach sorgte für mehrere Helfer, die mit Schaufeln anrückten und die Schlacke verteilten. Auf diese Weise war der Weg bald trocken und begehbar.

Nach dem Bau der neuen Johanneskirche und ihrer Einweihung im September 2002 wurde die alte Kirche im Jahre 2003 abgerissen.

1973-1994 Gottesdienste in Steinach

Von 1973 bis 1985 fand monatlich ein ev. Gottesdienst im Schloss Steinach statt. Die Räume des Schlosses wurden als Kindergarten genutzt, bis dieser 1977 in ein neues Gebäude umzog.
 
Von 1976 bis 1982 wurden alle monatlich stattfindenden Gottesdienste von (dem in Steinch wohnenden?) Pfarrer Kalbhenn übernommen.
 
Von 1982 bis 1994 leiteten die Pfarrinnen und Pfarrer und die Prädikantinnen und Prädikanten aus Bad Kissingen im Wechsel die Gottesdienste.
 
Frau Lickel übernahm in diesen Jahren den Mesnerderdienst.
 
Von 1985 bis 1994 fanden ev. Gottesdienste in einem Raum des ehemaligen Kindergartengebäudes statt.
 
 
Quelle: Aufzeichnungen von Herrn Reinhard Auge aus dem Jahr 2019
Redaktion: Friedrich Mebert 2019