Gemeindeleben im Gemeindeteil Bad Bocklet

 
1947-1950 Betsaal im "Isolierbau" Aschach
 
Nach dem 2. Weltkrieg landeten viele heimatvertriebene Familien aus Ostpreußen, Schlesien, Pommern und aus dem Sudetenland in Aschach und auch in den umliegenden Orten.
 
Für die evangelischen Gottesdienste stelle die Gemeinde Aschach ein kleines Backsteinhaus neben dem "Spital" zur Verfügung, das wegen seiner früheren Verwendung der "Isolierbau" genannt wurde. Hier wurde ein Betsaal eingerichtet.
 
1947-1965 Relilgionsunterricht
durch Gemeindehelfer Hermann Paul
 
Einmal wöchentlich kam Gemeindehelfer Hermann Paul mit seinem bei den Schülern in lebendiger Erinnerung gebliebenen Zündapp Moped nach Aschach, um die evangelischen Schüler aus Aschach, Bad Bocklet und Großenbrach zu unterrichten. Im Sommer fand der Unterricht oft auch unter einer heute noch am Ortsrand stehenden riesigen Eiche statt.
 
1950-1953 Betsaal im Gemeindehaus Achach
 
Um das Jahr 1950 wurde der Isolierbau abgerissen und stattdessen ein Schulraum im Gemeindehaus für den evangelischen Gottesdienst zur Verfügung gestellt. Der neue Betsaal wurde bestuhlt und das Lehrerpult als Altar genutzt. Die Gottesdienste wurden gehalten von Pfarrer Muth, Pfarrer Winkler und Lektor Willi Falkenberg. Das alte Harmonium bespielte Herr Karl Neckermann, ein Landwirt aus Aschach.
 
1953-1955 Betsaal im "Spital" Aschach
 
Im Jahr 1953 erfolgte dann der Umzug in das „Spital“, in dem sich bis heute gemeindeeigene Mietwohnungen befinden. Durch die Zusammenlegung von zwei größeren Zimmern entstand nun der neue Betsaal mit einem kleinen hölzernen Altar und einem Rednerpult, das als Kanzel diente. Die Mutter von Herrn Reinhard Auge aus Aschach war Mesnerin und verwaltete die Abendmahlsgeräte.
 
In dieser Zeit besucht auch Graf Karl von Luxburg der damalige Besitzer von Schloss Aschach, den Gottesdienst im Betsaal.
 
1955-63 Betsaal im Brunnenhaus Bad Bocklet
 
Im Jahr 1955 wurde der Betsaal in Aschach wieder aufgegeben, nachdem die Gemeinde Bad Bocklet den großen Lesesaal im Brunnenhaus für die evangelischen Gottesdienste zur Verfügung stellte. Hier trafen sich nun die evangelischen Christen aus den Ortschaften Aschach, Steinach, Hohn, Roth, Großenbrach, Windheim, aus Burkardroth und den umliegenden Dörfern zum Gottesdienst. Herr Fritz Auge, der von 1970 bis 1982 Mitglied im Kirchenvorstand und bis 1990 Küster war, transportierte mit seinem Sohn Reinhard das alte Harmonium mit einem Handwagen von Aschach nach Bad Bocklet.
 
1963-2002 Erste Ev. Kirche Bad Bocklet

Die Planungen einer eigenen „Kirche“ zogen sich lange hin, bis dann das Montagegemeindehaus in Bad Bocklet unter Mithilfe etlicher freiwilliger Helfer vor allem aus den Familien Auge, Keuler, Maier, Samko und Wendel im Jahr 1963 errichtet wurde.

Ein großes Problem war der oft aufgeweichte Zufahrtsweg von der Hauptstraße bis zur Kirche. Herr Fritz Auge organisierte die Anfahrt von mehreren Lastwagenladungen von Heizungs-Schlacke aus der amerikanischen Kaserne in Bad Kissingen und der damalige Bürgermeister Alois Gundelach sorgte für mehrere Helfer, die mit Schaufeln anrückten und die Schlacke verteilten. Auf diese Weise war der Weg bald trocken und begehbar.

Nach dem Bau der neuen Johanneskirche und ihrer Einweihung im September 2002 wurde die alte Kirche im Jahre 2003 abgerissen.

Quelle: Aufzeichnungen von Herrn Reinhard Auge
über das Gemeindeleben in der Zeit von 1947 bis 2002
Text: Friedrich Mebert