2017 Bilder und Berichte

 

 

 

 

 

 

18. Juni 2017

Die Ohren aufmachen für Gott

Ökumenischer Gottesdienst bei der Zelttheaterwoche für die ganze Familie

Bad Kissingen, 18. Juni 2017 (klk). Ansprechend, berührend und zum Mitmachen animierend, - so könnte man den ökumenischen Open Air-Gottesdienst am Sonntagmittag am Flugplatz in der Au bezeichnen. „Ohren auf ... und durch“ lautete das Motto der Zelttheaterwoche, dem sich die evangelische Erlösergemeinde, die Regionalstelle für kirchliche Jugendarbeit (Bad Kissingen) sowie die Ehe- und Familienseelsorge bei dem Gottesdienst anschlossen. Mit modernen Liedern und Möglichkeiten, sich als ganze Familie einzubringen, wurde gemeinsam gesungen und gebetet. Der katholische Jugendseelsorger Roland Pietryga und der evangelische Pfarrer Dr. Marcus Döbert standen dem Gottesdienst nicht nur vor, sondern begleiteten auf der Gitarre die kindgerechten Melodien und nachdenklichen Texte. Zum ökumenischen Segensteam gehörten ferner Sandra Hauke und Gemeindereferent Bernd Keller.

Wie gut das Thema zum Gottesdienst passte, führten beide Seelsorger aus: „Als ich das Motto der Zelttheaterwoche hörte, dachte ich: Da will ich dabei sein. Denn das Thema ‚Ohren auf und durch‘ - mit Gottes Hilfe wird am Ende alles gut, stärkt uns mit Zuversicht“, sagte Roland Pietryga. Pfarrer Marcus Döbert ergänzte: „Das Auge können wir immer zumachen. Das Ohr können wir nicht zumachen. Oft geht es zum einen Ohr hinein und zum anderen wieder heraus, weil wir nicht mit dem Herzen dabei sind.“ Daher sei es wichtig, die Ohren unserer Herzen aufzumachen, um zu hören, was andere und Gott uns zu sagen haben.

Während einer kurzen Unterbrechung des Gottesdienstes war es möglich, eine persönliche Segnung zu erhalten, während die Kinder eine Rassel bauen durften, um dann bei den wunderbaren Liedern gemeinsam den Rhythmus zu schlagen. Leuchtende Augen, strahlende Gesichter, zufriedene Eltern zeugten davon, dass der Gottesdienst die Menschen berührte und ihr Herz erreichte.

(Text u. Fotos: Peter Klopf)

Veröffentlicht von Siegfried Bergler am Mo, 19.06.2017 09:04

Quelle: https://www.schweinfurt-evangelisch.de/inhalt/die-ohren-aufmachen-fuer-gott

25. Juni 2017

Kantatengottesdienst

"Johann Sebastian Bach: Ein feste Burg ist unser Gott"

Fulminanter Kantatengottesdienst in der Erlöserkirche ging unter die Haut

Bad Kissingen, So., 25. Juni 2017 (klk). „Kantatengottesdienste in der Erlöserkirche und 'Kissinger Sommer' gehören zusammen. Seit Anfang an haben sie einen festen Platz im Rahmen des Festivalprogrammes", so Marie-Luise Biedermann, stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes der evangelischen Erlösergemeinde Bad Kissingen, bei ihrer Begrüßung zum diesjährigen Kantatengottesdienst.

Anlässlich des Jubiläumsjahres „500 Jahre Reformation“ stand die Kantate für Soli, Chor und Orchester „Ein feste Burg ist unser Gott“, BWV 80, von Johann Sebastian Bach auf dem Programm. Ausführende waren: Ilse Berner (Idar-Oberstein), Sopran, Katrin Edelmann (Premich), Alt, Stephan Scherpe (Leipzig), Tenor, Eric Fergusson (München), Bass, der Würzburger Madrigalchor und das um Oboen, Pauken und Trompeten erweiterte Kammerorchester Bad Kissingen. Die musikalische Gesamtleitung hatte Kirchenmusikdirektor Jörg Wöltche. Vorne weg: Was die Akteure zeigten, war professionell, bezauberte und verblüffte zugleich, denn sie schufen eine unerwartete Interpretation, die unter die Haut ging. Man konnte nur staunen, welche Perfektion die Musiker, Chor und Sänger den Zuhörern boten.

Die Geschichte der Kantate ist komplex. Ausgangspunkt ist eine Kantate „Alles, was von Gott geboren“, die Bach für einen Gottesdienst in der Weimarer Schlosskirche am Sonntag Okuli des Jahres 1715 komponierte. Mit dieser liturgischen Zuordnung war die Kantate in Leipzig nicht verwendbar, denn dort galt die Passionszeit als „tempus clausum“, in der keine festliche Kirchenmusik aufgeführt wurde. Die Sätze 2, 3, 4, 6 und 7 von BWV 80 stammen aus dieser Weimarer Kantate. Die Stadien zwischen 1715 und der uns bekannten Fassung von BWV 80 sind nur teilweise erschließbar. Es gibt ein Partiturfragment von Bachs Hand, das dem Papier nach wahrscheinlich aus den Jahren 1728-31 stammt. Hier steht im Eingangschor noch ein schlichter Choralsatz. In der finalen Fassung wurde in Nr. 2, die in Weimar noch eine Arie für Bass war, als zweite Singstimme ein Sopran mit der zweiten Strophe „Mit unserer Macht ist nichts getan“, aus dem Lied „Ein feste Burg“ hinzugefügt. Wilhelm Friedemann Bach hat die beiden großen Choralchöre, Nr. 1 und Nr. 5, für eine eigene Aufführung in Halle mit Trompeten und Pauken ergänzt. Die ersten gedruckten Ausgaben des Werkes enthielten diese Hinzufügungen. Der kunstvoll komponierte Eingangschoral wird als einer der Höhepunkte der Bach‘schen Choralbearbeitungskunst angesehen. Er trägt die erste Strophe in Form einer „colla parte“ begleiteten Choralmotette vor, in der die Singstimmen jede einzelne Liedzeile fugiert vortragen. Insbesondere fängt das Stück mit einer Doppelfuge an: Nachdem der beginnende Tenor die erste Choralzeile zum ersten Mal abgeschlossen hat, folgt der Alt mit dem Comes, während der Tenor die zweite Choralzeile dagegen setzt. Nach den Durchführungen der einzelnen Liedzeilen taucht jeweils die Choralmelodie als doppelter, kanonisch zeitversetzter „Cantus firmus“ in den Oboen (bzw. in der Fassung des Sohnes in den Trompeten) und im Orchesterbass auf. Es fällt auf, dass im Gegensatz zu sonst geschriebenen Chor-Eingangssätzen kein Ritornell am Anfang steht, sondern direkt mit dem Chor-Vortrag begonnen wird. Im zweiten Satz wird die martialische Thematik durch von den Streichern gespielte Sechzehntelnoten unterstrichen. Satz 5 bringt über bewegtem Orchesterspiel, das die Schlacht zwischen den himmlischen und teuflischen Kräften versinnbildlicht, die Choralmelodie als „Cantus firmus“ im Chor, und zwar im Unisono, was die Geschlossenheit der Gemeinde symbolisiert.

Dekan Oliver Bruckmann rundete mit einer zu Herzen gehenden Predigt den überaus positiven Eindruck der Kantate ab. „Unsere Kirche gedenkt heute der Augsburger Konfession. Vor 487 Jahren am 25. Juni 1530 überreichten die evangelischen Reichsstände auf dem Augsburger Reichstag ihr Bekenntnis dem Kaiser. Von dem einen Gott ist darin die Rede, der alles geschaffen hat. Der in Jesus Christus zur Welt gekommen ist, um seine gute Schöpfung von allen bösen Mächten dieser Welt, auch von menschlicher Sünde zu befreien“, so Bruckmann. Gott sei nicht gegen, sondern für die Menschen, die sich ihm anvertrauen. Wir seien Gott recht, und er sei uns gut – so der Dekan. „Von der Liebe Gottes, die in Jesus Christus ist, kann uns nichts trennen. Denn: ‚Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen“, sagte Oliver Bruckmann zum Abschluss.

(Text und Fotos: Peter Klopf)

Quelle: https://www.schweinfurt-evangelisch.de/inhalt/ein-feste-burg-ist-unser-gott

11. Oktober 2017

Frauenfrühstück musikalisch "Auf dem Weg"

mit Stefanie Schwab

17 Jahre gibt es nun schon unser Frauenfrühstück; aber zum ersten Mal hatten wir im Oktober einen musikalischen Vortrag, der von Liedermacherin Stefanie Schwab aus Würzburg gestaltet wurde. Sie begeisterte die zahlreichen Besucherinnen mit eigenen Liedern, die fast alle aus dem Repertoire ihrer CD "Auf dem Weg" stammten. Dabei skizzierte sie mit ihren Texten ein zeitgemäßes Christsein, das mutig, selbstbewusst, kritisch, aber konstruktiv auch auf die dunklen Seiten menschlichen Seins blickt und zeigte dabei Wege auf, die us der Dunkelheit herausführen können. Ihren Gesang begleitete sie selbst auf dem Piano, aber auch mit der Gitarre. Insgesamt erlebten wir einen Vortrag, der auch musikalisch ein Leckerbissen war.

Für ein von Stefanie Schwab initiiertes Projekt, bei dem traumatisierte Flüchtlinge schnell psychotherapeutische Hilfe erhalten, konnten wir Frau Schwab eine stattlich Spendensumme mitgeben.

Text: Helga Herrmann - Quelle: Gemeindebrief Miteinander, Nr. 3/2017, S. 19

16. Sept. bis 31. Oktober 2017

Ausstellung "Wege zum Himmel"

Fünf Tausend Besucher interessierten sich

für die Ausstellung "Wege zum Himmel"

des Würzburger Künstlers Björn Hauschild

Weitere Bilder von der Ausstellung Wege zum Himmel

Romantisches Klavierkonzert in der Erlöserkirche

Das war ein Angebot, das es nicht alle Tage gibt, vielleicht war es sogar eine Premiere: ein Konzert mit Klavierliedern der Romantik in der Erlöserkirche.

Es war der Abschluss zu der Vernissage "Wege zum Himmel"; wobei es nicht unbedingt als Ergänzung gedacht war. Denn die Wege der Romantik führen nicht zum Himmel, sondern in die Innerlichkeit.

Die Neugier wurde allerdings weniger von dem Ereignis beflügelt als von den beiden Ausführenden, denn ihre Namen bringt man, obwohl oder vielleicht gerade weil man sie gut kennt, zu aller letzt mit dem romantischen Klavierlied in Verbindung: Katrin Edelmann (Mezzosopran) und Jörg Wöltche (Klavier). Sie haben schon oft in der Erlöserkirche miteinander musiziert, aber auf einem völlig anderen Sektor. So war dieser Abend in gewisser Weise durchaus eine Premiere.

Dass Katrin Edelmann sehr viel geistliche Musik singt, merkte man - aber nicht, weil ihre Lieder zu Predigten geworden wären oder weil sie mit dem "Gebet" aus Hugo Wolfs Mörike-Vertonungen begann. Sondern man merkte es an ihrer Tonbildung: sehr gründlich und extrem genau, mit einer gewissen Gelassenheit und mit sehr sparsamem Tremoloeinsatz. Da ging es nicht um plakative Virtuosität, für die ein starkes Tremolo gerne gehalten wird, sondern um Innigkeit und Innerlichkeit, um die unbehinderte, zugängliche Darstellung von Emotionen, um nachhaltige Wirkung. Wer eines der bekanntesten und schönsten Lieder der Romantik, Robert Schumanns Vertonung von Eichendorffs "Mondnacht" ("Es war, als hätt' der Himmel / die Erde still geküsst") mit derartiger Ruhe singt, wer sich traut, die schwierigen Intervallsprünge des absolut bloß liegenden Stimme nicht durch Tremolo zu verunklären, der muss sich seiner Sache schon sehr sicher sein. Wobei Katrin Edelmann darauf bauen konnte, dass sie eine - keineswegs selbstverständlich - wunderbar ruhige, weiche Mittellage hat, auf die sie ihre Stimme sozusagen fallen lassen kann.

Überhaupt war das Programm sehr klug zusammengestellt mit sechs Hugo-Wolf-Liedern nach Mörike, weil sie nicht nur große Farbigkeit zulassen, sondern auch, weil die Sängerin es sich erlaubte, in Liedern wie "Der Gärtner", "Zitronenfalter im April" oder "Das verlassene Mägdelein" des psychisch doch so arg belasteten Komponisten Humor zu finden und zu gestalten.

Eigene Handschrift für jedes Lied

Konzeptionell schlüssig gestaltet war Robert Schumanns Liederkreis op. 39 auf Texte von Joseph von Eichendorf. Denn einerseits gelangen ihr wunderbare stimmliche prägnante Charakterzeichnungen, die sie zum romantischen Weltbild einer traum- oder rauschhaften Idylle zusammenfügte bis zum plötzlichen Umbruch mit der Erkenntnis des Erzählers, der, aus seinen Träumen und Bildern gerissen, bemerkt, dass er gar nicht gemeint ist, dass er außen vor steht. Es war nicht nur "Die Mondnacht", die diese Intensität ausstrahlte, sondern auch das immer drängendere "Waldesgespräch", das den Zusammenstoß mit der Hexe Lorelei mit seiner Dialogstruktur oder das "Zwielicht", in dem der Traum von der heilen Welt demontiert wird. Jedes Lied hatte seine eigene Handschrift.

Und schließlich fünf Lieder von Johannes Brahms, die immer so nett und harmlos daher kommen und doch so schwer zu singen und zu spielen sind. Aber auch hier blieb Luft zur Gestaltung wie bei dem schwäbischen Volkslied "Unten im Tale" in dem der abgewiesene Liebhaber seine Niederlage mit erstaunlich lakonischer Wurschtigkeit trägt. Das letzte Lied, "Von ewiger Liebe" wurde zum eigentlichen Höhepunkt des Konzerts, allerdings nicht wegen des etwas pathetischen Textes von Joseph Wenzig, der in dem nicht überraschenden Ausruf gipfelt: "Unsere Liebe muss ewig bestehn!". Sondern wegen der Brahmsschen Verarbeitung.

Spätestens hier wuchs der Respekt vor Jörg Wöltche schier ins Unermessliche. Denn Brahms war einer der besten Pianisten unter den Komponisten, und er selbst ist vor allem Organist und Cembalist mit ganz anderen Anschlags- und Gestaltungstechniken. Aber er hatte sich kompromisslos hineingewühlt in die Materie, versteckte sich nicht hinter seiner Sängerin. Er begleitete nicht im Sinne einer dienenden Funktion, sondern machte Angebote und dramatischen Druck, provozierte und kontrastierte mit erstaunlichem Zugriff.

Die "Ewige Liebe" war sozusagen das Meisterstück. Denn da fordert nicht nur die rhythmische Vertracktheit einen kostbaren Teil der Aufmerksamkeit, sondern auch das schwierige Erbe der großen, elastischen Hände des Komponisten. Und trotzdem - oder vielleicht gerade deshalb - machte Jörg Wöltche deutlich, wie Brahms mit unberechenbaren Harmonien, über die gerne hinweggespielt wird, die Erwartungen in die Irre führt, wie schwer es die Sänger mit dem Gegenhalten haben.

Aber Katrin Edelmann kannte ihre Töne, ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, ließ sich nicht von der zwangsläufigen Sprödigkeit des Satzes irritieren. Ein wirklich großartiger Schluss, der zwei Zugaben generierte: "Wie Melodien zieht es mir" und "Guten Abend, gut' Nacht" beide natürlich von Brahms. Ein Modell der Zusammenarbeit, das Zukunft haben sollte, wenn es die Beteiligten wollen - und dann vielleicht auch mal mit einem noch besseren Flügel.

Quelle: http://www.mainpost.de/regional/bad-kissingen/romantisches-klavierkonzert-in-der-erloeserkirche;art433641,9749473  © Main-Post 17. September 2017 - Text und Bild: Thomas Ahnert

17. September 2017

Jubelkonfirmation

8. November 2017

Überdurchschnittlich für die Region engagiert

Charlotte Fries, Johannes Köhler, Peter Rößner und Robert Kiesel sind für ihren Einsatz für die Region und die Stadt ausgezeichnet worden.

Ein Geschäftsmann, eine Brückenbauerin, ein Förderer und ein Politiker - vier Menschen mit unterschiedlichsten Lebensläufen erhielten die Bürgermedaille der Stadt Bad Kissingen. Was diese Persönlichkeiten eint und was damit die Verleihung rechtfertigt, benannte Oberbürgermeister Kay Blankenburg in seiner Begrüßung: "Wir ehren sie für das überdurchschnittliche Engagement für unsere Region, für unsere Stadt." …

Im würdevollen Ambiente des Bad Kissinger Rathaussaales, mit der städtischen Fahne im Hintergrund, würdigten die Laudatoren Kay Blankenburg, Anton Schick und Thomas Leiner die Geehrten, in dem sie einen tiefen und wohlformulierten Einblick in die Lebenswege darboten. Abschließend erhielten die Geehrten aus den Händen der Laudatoren, assistiert von Rosenkönigin Nina Dees, die Bürgermedaille sowie Urkunde und Präsente.  …

Mit Charlotte Fries wurde eine Brückenbauerin mit der Bürgermedaille ausgezeichnet, die von Laudator Thomas Leiner als "Pionierin der Integration von Konfessionen" bezeichnet wurde. Grundlage der Wertschätzung war ihr Engagement für den Weltgebetstag der Frauen, der 1982 von ihr initiiert wurde und dessen ökumenischer Kreis sich immer noch trifft. Über ihr christliches Weltbild fand sie auch den Weg zum "Eine-Welt-Verein Bad Kissingen" und ihr Anliegen ist es, für bessere Lebensbedingungen in den ärmeren Ländern einzutreten. Dazu gehört, so Leiner, der Weltladen, der von ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern geführt wird, oder die Aktionen "Fair-Trade-Stadt" und "Fairer Handel - Faire Chancen für alle".

Text und Foto: Klaus Werner - Mainpost 8. Nov. 2017 - Quelle: http://www.infranken.de/regional/bad-kissingen/ueberdurchschnittlich-fue...

     11. Oktober 2017

    Trauer um Pfarrer

    Johannes Münderlein

 

 Am Mittwoch, 11. Oktober 2017 fand in der voll besetzten Erlöserkirche Bad Kissingen die Trauerfeier für Pfarrer Johannes Münderlein statt, bei der Dekan Oliver Bruckmann die Predigt hielt und Pfarrerin Christel Mebert und Pfarrer Friedrich Mebert die liturgischen Texte sprachen. Die Fürbitten wurden von den drei ehemaligen Bad Kissinger Kollegen, seinen Freunden und Wegbegleitern Pfarrer Dr. Öffner, Pfarrer Walter Fries und Pfarrer Schneider übernommen. Für die Kirchengemeinde Bad Kissingen blickte Kirchenvorsteher Klaus Lotter in großer Dankbarkeit auf das segensreiche Wirken des von seiner Gemeinde geschätzten Seelsorgers zurück. Der folgende Lebenslauf in der Saalezeitung wurde von Herrn Arthur Stollberger verfasst:

Mit Trauer und Betroffenheit müssen die Bad Kissinger und viele weitere Bürger im Landkreis den Tod einer sehr geschätzten Persönlichkeit zur Kenntnis nehmen. Im Alter von 89 Jahren ist der evangelische Pfarrer Johannes Münderlein am Mittwoch nach längerer Krankheit verstorben. "Die letzte Strecke des Weges zur Ewigkeit zwischen Hoffen und Bangen war schmerz- und leidvoll", so lautet der Text in der Todesanzeige. 1953 hatte Münderlein nach dem Theologiestudium sein Examen abgelegt und 1955 folgte die Ordination. Stationen auf dem weiteren Weg waren Neuendettelsau, Landshut und Zeitlofs, bevor er 1971 seinen Dienst in Bad Kissingen antrat. Zwei Jahre später wurde Johannes Münderlein die 1. Pfarrstelle in der Kurstadt übertragen, und 1976 erhielt er die Funktion des Seniors im Dekanat Schweinfurt. Diese Funktion war gleichbedeutend mit der des Stellvertreters des Dekans und des Vertrauensmanns der Pfarrer. Aufgaben, die mit der 1. Pfarrstelle verbunden waren, umfassten beispielsweise Pfarramtseinführungen, die Vertretung der evangelischen Gemeinden in der Öffentlichkeit sowie die Leitung der evangelischen Gemeindeteile Bad Kissingens und im Landkreis. Im Hinblick auf bauliche Maßnahmen kümmerte sich Pfarrer Münderlein um die Renovierung der Erlöserkirche, den Kauf des Hauses der Begegnung und um die Vorbereitung zur Erweiterung des Katharinenstifts zum Pflegeheim. Blickt man auf die kirchliche Situation zum Zeitpunkt der Amtsübernahme 1971, so sprach man von einem "Nachbeben der wilden 68er", verbunden mit einem theologischen Aufbruch. Pfarrer Münderlein hatte Freude an der geistigen Auseinandersetzung mit immer neuen Menschen in der Kurstadt. Er hielt die ersten Kurvorträge, die später zum Fundament für die ökumenische Kurseelsorge wurden. Münderlein wollte dies als Zeugnis von einer "neuen Kirche und einer neuen Kur" im geistig-seelischen Bereich verstehen. Ihm gelang es, die Menschen unter einem neuen Blickwinkel zu sehen, wobei ihm ein vertieftes Zuhören ebenso wichtig war wie die Verkündigung des Gotteswortes.

Was die Gemeindemitglieder an Johannes Münderlein ganz besonders schätzten, war seine Fähigkeit zum Ausgleich. Er zog aber durchaus kritisch Position, ohne jemals die Freiheit des einzelnen in christlicher und politischer Sicht einzuengen. Aus dieser Grundeinstellung heraus war er bemüht, neue Formen des ökumenischen Miteinanders zu finden. In seiner Amtszeit hatte dieses Miteinander eine erste Blütezeit. Als Pfarrer Münderlein nach einem festlichen Kantatengottesdienst in den Ruhestand trat, geschah es im Bewusstsein, dass sich seine Zeit erfüllt habe. Zur Musik hatte der Theologe Münderlein ein inniges Verhältnis. Konzerte mit Kompositionen von Johann Sebastian Bach, G.F. Händel oder Philipp Emanuel Bach waren für ihn nicht nur der "Abglanz des Himmels", er selbst wirkte beim Kissinger Kammerorchester lange Zeit mit.

Bei seiner Verabschiedung erntete Stadtpfarrer Münderlein höchstes Lob für seine vorbildliche Amtsausübung. Johannes Strauß, der damalige Dekan, sagte, Münderlein habe Autorität genossen, ohne autoritär zu sein. Als kultivierter Mensch habe er die leisen Töne mehr als die lauten geliebt. Der katholische Amtskollege, Dekan Oskar Pflüger, bezeichnete die Zeit, die er mit Münderlein verbrachte, als "wunderbare Jahre". Stets habe ihn die "tiefe Innerlichkeit" im Wesen Münderleins berührt. Bereits unmittelbar nach seinem Tod lässt sich ein vorläufiges Fazit des Lebenswerks von Stadtpfarrer Johannes Münderlein ziehen: Seine Persönlichkeit und seine Leistungen werden in der Chronik der evangelischen Kirche der Kurstadt einen höchst ehrenvollen Platz einnehmen.

(Text: Arthur Stollberger - Quelle: Die Saalezeitung vom 8.10.2017)

14. Oktober 2017

Herbstsynode des evangelischen Dekanatsbezirks

„Profil und Konzentration“ (PuK)

Schweinfurt, 14. Okt. 2017. Mehr Teilnehmer als angemeldet waren ins Evangelische Gemeindehaus in die Friedenstraße gekommen, rund 70. Neben den Synodalinnen und Synodalen hatte das Thema weitere Interessierte aus den Dekanatsgemeinden gelockt. Denn die Herbstsynode des evangelischen Dekanats Schweinfurt bildete einen Workshop zu einem innovativen Prozess, den die Landessynode der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern erst im März 2017 bei ihrer Tagung in Coburg gestartet hatte. Titel dieses umfassenden missionarischen Reformvorhabens: „Profil und Konzentration“ (kurz: PuK).

Bereits die Andacht führte in die Problematik ein: Angesichts des diesjährigen Reformationsjubiläums erinnerte Pfarrerin Christel Mebert (Bad Kissingen) an das, was Luther vor allem wichtig war: weg vom „Eventcharakter“ der Kirche zur Konzentration auf Wort und Sakrament. Da Kirche semper reformanda (ständig reformationsbedürftig) sei, müsse immer wieder ein neuer Reformprozess mit realistischem Blick in die Zukunft angestoßen werden. Aufgrund nach unten gehender Mitgliederzahlen gelte es, Abschied von der Volkskirche zu nehmen und eine „Jüngerkirche“ anzustreben: Wie einst Jesu Jünger die Frohe Botschaft in die Welt hinaustrugen, so habe Kirche dorthin zu gehen, wo die Christen zu Hause sind, eben in ihren ganz normalen Alltag und an den Arbeitsplatz. Mit anderen Worten: Die bisherige „Komm-Struktur“ mit der Erwartungshaltung, dass Menschen zur Kirche kommen, sei abzulösen von der „Geh-Struktur“ zu den Menschen hin.

Zwei Experten für diesen neuen kirchlichen Aufbruch standen Rede und Antwort: Kirchenrat Thomas Prieto Peral, theologischer Planungsreferent der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, und Pfarrer Michael Maier (Erlangen) als Moderator des PuK-Prozesses. Zunächst resümierten sie anhand von Zahlen den Ist-Zustand: In Bayern gibt es 2,4 Mio. Evangelische in 1538 Kirchengemeinden. Doch immer noch verlassen jährlich etwa 30.000 Menschen (0,8 Prozent) die Kirche, weil sie offenbar dort nicht das finden, was sie suchen. Im Durchschnitt hat ein Geistlicher mindestens 1222 Mitglieder zu betreuen. Zurzeit sind – inklusive Sonderpfarrstellen – 2400 Pfarrerinnen und Pfarrer tätig. Aber auch ihre Zahl wird in den kommenden Jahren rapide abnehmen, zum einen aufgrund einer hohen Pensionierungswelle, zum anderen, weil derzeit nur geringes Interesse am Theologiestudium besteht. Folglich können viele Stellen in Zukunft nicht mehr besetzt werden. Wie also auf diese Herausforderungen reagieren?

Frühere kirchliche Planungen zielten ab auf Stellenstreichung und Kürzungen an Geld und Personal. Man fragte: Was kann / muss alles wegfallen? Aber nun findet eine Neubewertung unter der Fragestellung statt: Was machen wir gut? Wo können wir uns weiterentwickeln, das heißt profilieren und geistlich konzentrieren? Daher lautet die Devise: „Von Mangelperspektive zur (Wieder-)Entdeckung unserer Gaben und Aufgaben“.

Als vier zentrale Anliegen des PuK-Prozesses nannte Prieto Peral:

1. Statt von bestehenden (teils überholten) kirchlichen Strukturen und finanziellen Zwängen her zu denken, ist vom biblischen Auftrag und von konkreten Aufgaben auszugehen.

2. Zentralisierung ist aufzugeben. Vielmehr sind inhaltliche Schwerpunkte eigenständig und dezentral vor Ort zu vereinbaren und zu steuern.

3. Es darf kein Einzelkämpfertum der PfarrerInnen bis zur Erschöpfung mehr geben. Kirche ist nicht unbedingt vom Pfarramt aus zu organisieren. Stattdessen muss ein Berufsgruppen übergreifender Gemeinschaftsgeist herrschen, ein Zusammenwirken der Geistlichen mit Haupt- und Ehrenamtlichen, mit Sozial- und Religionspädagogen sowie Diakonen, auch ein Miteinander von Kirche und Diakonie.

4. Statt Fixierung auf den eigenen Kirchturm (sog. Kirchturmdenken) ist Kirche im gemeinsamen Lebens- und Sozialraum zu gestalten. Gemeindeegoismen gilt es aufzubrechen. So sollen sich Regionen bilden, die Aufgaben aufteilen und Synergieeffekte nutzen. Muss denn zum Beispiel jede Gemeinde Senioren- oder Jugendarbeit anbieten? Werden überhaupt noch parochiale Grenzen gebraucht? Die neuen Stichworte lauten: Grenzüberschreitung, Regionalisierung, doch ohne sich dabei den Menschen vor Ort zu entziehen.

Kurzum: Man werde sich von Gewohntem trennen müssen und nicht etwa noch mehr kirchliche Angebote machen, sondern „Mut zum Minus“ zeigen. Brauche es denn in allen gemeindlichen Außenstellen regelmäßig Sonntagsgottesdienste trotz nur geringen Besuches? Kirchenrat Prieto Peral: „Etwas Neues entsteht, wenn anderes gelassen wird.“

Des Weiteren listete er thesenartig auf, was denn die Grundaufgaben der Kirche sind: Sie verkündigt Christus und lebt geistliche Gemeinschaft. Sie klärt Lebensfragen und begleitet Lebensphasen seelsorgerlich. Sie ermöglicht christliche und soziale Bildung. Sie macht die Not von Menschen sichtbar und hilft Notleidenden. Sie haushaltet nachhaltig und gerecht.

Natürlich stellte sich in diesem Workshop die Frage der Konkretion. Sie wurde in Kleingruppen diskutiert und die Ergebnisse auf einer Pinnwand zusammengetragen: Unter anderem kam der Vorschlag, die seelsorgerlichen und administrativen Aufgaben im Pfarramt auf verschiedene Schultern zu verteilen. Eine Pfarrerin oder ein Pfarrer müsse mehr Zeit für Menschen haben. Einzelseelsorge sei die Grundaufgabe. „Kirche ist da, wo Menschen sind!“ Auch wie Defizite in der Kinder- und Jugendarbeit zu beheben seien und wie man das sog. „Mittelalter“ – Menschen zwischen 25 und 60 Jahren – besser erreichen könne, kam zu Sprache. Einig waren sich alle darin, dass Kirche zugänglicher sein und niederschwellige Angebote machen müsse. So lautet ein strategischer Leitsatz des PuK-Prozesses: Menschen mit ihren heutigen Lebensfragen sollen einen einfachen Zugang zur Mensch gewordenen Liebe Gottes finden.

Und wie weiter? Bis Januar 2019 werden die einzelnen Kirchengemeinden, Dekanatsbezirke und kirchlichen Einrichtungen eine Art Bilanz hinsichtlich ihrer Gaben und Aufgaben erstellen. Auch soll die nächste landeskirchliche Stellenplanung anders gehandhabt werden: Es wird Globalstellenkontingente geben und die Entscheidung über die Verteilung nicht mehr von München aus erfolgen, sondern auf die mittlere Ebene, sprich auf die 66 bayerischen Dekanatsbezirke verlagert werden.

Am Ende der Tagung bedankte sich Dekan Oliver Bruckmann für die vielen Voten und Anregungen. Eine große Chance liege im regionalen Denken und in der übergreifenden Kooperation und Verantwortung. Sicher werde dabei auch Trauerarbeit nötig sein, denn Loslassen, Abschiednehmen von liebgewonnenen Traditionen oder das Aufgeben von Gebäuden bringe Schmerzen mit sich. Nicht jede Gemeinde müsse alles machen. Bewusst gelte es nicht nur Prioritäten, sondern genauso Nachrangigkeiten zu definieren. Der Dekan appellierte, bei allen weiteren Diskussionen in den Kirchenvorständen sich an den Bedürfnissen der Menschen von heute zu orientieren. „Lasst uns von den Menschen aus denken!“

Ein Regularienteil zu Finanzen, Veranstaltungen und Terminen rundete die Dekanatssynode ab.

Quelle: https://www.schweinfurt-evangelisch.de/inhalt/mut-zum-minus

28. Oktober 2017

Jugendgottesdienst im Kino

Weitere Jugendgottesdienst-Bilder hier

Ein feste Burg ist unser Gott

Festkonzert zum 500. Jahrestag der Reformation in der Erlöserkirche

Bad Kissingen, 31. Okt. 2017 (klk). Kein anderer Choral hat den Protestantismus derart geprägt wie Luthers Trutzlied „Ein feste Burg ist unser Gott“. Das Lied ist für den Protestantismus von großer Symbolkraft. Heinrich Heine bezeichnete es als „Marseiller Hymne der Reformation“. Immer wieder wurde das Lied in Zeiten äußerer Bedrängnis oder zum Bekenntnis des eigenen Glaubens von Protestanten gesungen. Die typische lydische Quartwendung, versteckt im Mittelteil „Der alt böse Feind, mit Ernst er’s jetzt meint“, ist als Kopfmelodie zu „Brüder, zur Sonne, zur Freiheit“ verwendet worden. Friedrich Engels bezeichnete das Lied als „Marseillaise der Bauernkriege“.

„Ein feste Burg ist unser Gott“ ist ein Choral, dessen Text von Martin Luther wohl vor 1529 geschrieben wurde. Auch die Melodie gilt als sein Werk. Der Text ist angelehnt an Psalm 46: „Gott ist unsre Zuversicht und Stärke“. Die älteste überlieferte Quelle stellt die „Augsburger Form und Ordnung geistlicher Gesang und Psalmen“ von 1529 dar. Gedruckt wurde das Lied auch im Erfurter Gesangbuch von Andreas Rauscher (1531). Darüber hinaus erfuhr „Ein feste Burg ist unser Gott“, beginnend mit den Befreiungskriegen Anfang des 19. Jh., eine nationale Aufladung als Kampflied über den engeren religiösen Sinn hinaus. Davon zeugen die Einbindung in national-deutsch ausgerichtete Feiern wie das Wartburgfest 1817 oder die Einweihung des Lutherdenkmals in Worms 1868. Einen Höhepunkt erreichte die national-militaristische Instrumentalisierung während des Ersten Weltkriegs, als insbesondere die Zeilen „Ein feste Burg ist unser Gott“ sowie „Und wenn die Welt voll Teufel wär“ weite Verbreitung fanden (beispielsweise auf Kriegsansichtskarten).

Wie aktuell das Lied noch immer die Herzen berühren kann, zeigte das Festkonzert zum 500. Jahrestag der Reformation in der Bad Kissinger Erlöserkirche mit Kirchenmusikdirektor Jörg Wöltche an der Steinmeyer-Orgel. Der Choral erklang zunächst in Werken von der Renaissance bis zum Frühbarock von Michael Praetorius (1571–1621) als Choral-Phantasie, von Nikolaus Hanff (1663–1711) als Choralvorspiel, von Franz Tunder (1614–1667) als Choralphantasie und von dessen Schwiegersohn Dieterich Buxtehude (1637–1707) ebenfalls als Choralvorspiel. Die Romantik war mit Max Reger (1873–1916) und seiner voluminösen Vertonung op. 27, die alle vier Strophen des Chorals vertont, vertreten. Neben der Textzeile „Und wenn die Welt voll Teufel wär“, die hochdramatisch bis zur 14-Stimmigkeit ausgereizt wird (mit der Melodie im rechten Fuß des Pedals), bekommt der Schluss „Das Reich muss uns doch bleiben“ ein besonderes Gewicht. Die Barockzeit war vertreten durch Johann Pachelbel (1653–1706), dem Organisten von St. Sebald in Nürnberg. Er hat u.a. in Erfurt den älteren Bruder von Johann Sebastian Bach, Johann Christoph Bach, als Orgelschüler unterrichtet. Hier erklingt ein Choralvorspiel. Von Johann Sebastian Bach (1685–1750) hörte man das einzige Orgelwerk, das durchgehende Registrierangaben enthält. Ob die Registrierangaben in Bachs Werk von ihm selber oder möglicherweise von seinem Schüler Johann Gottfried Walther (1684–1748) stammen, wird in der Bach-Forschung noch diskutiert. Von Walther erklang ebenfalls ein Choralvorspiel.

Die Moderne kam durch den Schweizer Komponisten Willy Burkhard (1900–1955) zu Wort, der nach einer längeren freien Phantasie die dritte und vierte Strophe durchkomponierte. Mit dem Beginn der dritten Strophe bricht ein Inferno aus, das durch so genannte 33er-Akkorde gekennzeichnet ist - das sind Akkorde, in denen die Dur-Terz eines Akkordes in der Mittellage und die zugleich gespielte Moll-Terz in der hohen Lage erklingt.

Bei der letzten Strophe wird als dritte Hand eine des Registranten (Johann Ruppert, 12 Jahre alt und Orgelschüler von KMD Jörg Wöltche) zum Mitspielen benötigt, um alle Töne greifen zu können. Vorne weg, Johann Ruppert machte seine Sache hervorragend. Voll konzentriert war er trotz seiner jungen Jahre ein adäquater Partner von Wöltche. Der Kirchenmusikdirektor, seinerseits brillant wie gewohnt, interpretierte die Werke mit einer Leichtigkeit und Freude zum Detail und ließ den Abend zu einem außergewöhnlichen Kunstgenuss werden, der einen als Zuhörer tief im Herzen berührte. Dank einer Videoübertragung auf eine Leinwand im Altarraum konnten die Zuhörer sein filigranes Spiel über drei Manuale und gleichzeitig die Fußarbeit auf den Pedalen mitverfolgen. Pfarrerin Christel Mebert würdigte seine phänomenalen Leistungen mit den Worten: „Mit diesem Konzert und dem Choral kann man das Jubiläumsjahr in idealer Weise abschließen.“ Die Frage, die dennoch bleibt: Was steckt hinter dieser Melodie, dass sie einen auch nach 500 Jahren so beeindruckt und die Freude am Glauben und das Gottvertrauen erneut entfacht?

Text u. Fotos: Peter Klopf

Veröffentlicht von Siegfried Bergler am Mi, 01.11.2017 07:46 auf: https://www.schweinfurt-evangelisch.de/inhalt/ein-feste-burg-ist-unser-g...

11. November 2017

PraiSing beim Bayerischen Chorwettbewerb 2017

PraiSing war beim Bayerischen Chorwettbewerb in der erstmals neu ausgetragenen Kategorie „Gospelchor mit Band“ mit dabei und erreichte einen hervorragenden 2. Platz mit 20,7 von 25 möglichen Punkten. Der Wettbewerb wurde im Funkhaus des Bayerischen Rundfunks im Studio 1 und 2 ausgetragen. 

Auch Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm freute sich mit den Sängerinnen und Sängern und ihrem Chorleiter KMD Jörg Wöltche!

Das Video der Siegerehrung (ab 24. Minute PraiSing Siegerehrung) kann man auf der Mediathek des BR ansehen: Siegerehrung

12. November 2017

Musik zum Träumen

Bad Kissinger BlockflötenEnsemble verzauberte mit Musik aus fünf Jahrhunderten

Barbara Stumpf bezauberte mit der Tenorblockflöte und einem avantgardistischen Werk als Solistin. Foto: P. Klopf

Bad Kissingen, So. 12. Nov. 2017 (klk). Bei kaum einem anderen Instrument klaffen Bekanntheitsgrad und Beurteilung so weit auseinander wie bei der Blockflöte. Sie hat eine lange Geschichte. Bereits im 14. Jh. zählte sie zu den wichtigsten Holzblasinstrumenten und verdrängte die Schalmeien der Antike und des frühen Mittelalters. Die verwendeten Blockflötentypen waren noch zylindrisch gebohrt und bestanden nur aus einem Stück. Sie klangen dadurch mild, weich und obertonarm. Über Jahrhunderte war die Blockflöte sehr beliebt. Im 16. Jahrhundert war sie geradezu ein modisches Instrument. Wohlhabende Familien besaßen ganze Sammlungen von Blockflöten verschiedener Größe, doch dann wurde sie plötzlich durch die klangreichere Querflöte in den Schatten gestellt. Heute führt sie mehr ein Schattendasein, auch wenn sie bei den Kindern als erstes Instrument beliebt ist.

Dass die Blockflöte in ihren verschiedenen Variationen ein ausgezeichnetes Konzertinstrument ist, bewies das Bad Kissinger BlockflötenEnsemble, unter der musikalischen Leitung von Kantorin Christine Stumpf, bei einem Konzert in der evangelischen Erlöserkirche in Bad Kissingen. Von der Renaissance bis zur Gegenwart reichte die Konzertliteratur des Ensembles. Vielseitig wie die Werke aus fünf Jahrhunderten waren auch die Instrumente, welche die 13 Frauen des Ensembles bravourös beherrschen. Von der Sopranino-, Sopran- und Alt-Blockflöte über Tenor- und Bass- bis hin zur 2,3 Meter großen Sub-Grossbassblockflöte erklangen Musikinstrumente, deren zarter, wohltönender Klang die Herzen der Zuhörer berührte.

Als Konzertbesucher konnte man nachher nicht sagen, was einem besser gefiel. War es die „Tafelmusik der Renaissance“, die Musik englischer Komponisten oder die zeitgenössische „Suite traditionelle“ von Max Baumann. Wandelfähig wie ein Chamäleon zeigte sich die quirlige Truppe und brachte einem, dank brillanter Interpretationen auf hohem Niveau, eine Musik zum Träumen und Staunen nahe. Sinnliche Musik, die man nicht von diesen Instrumenten und dem Ensemble erwartet hätte.

Bezaubernd auch die solistische Interpretation „Fragmente“ des japanischen Komponisten Makoto Shinohara durch Barbara Stumpf. Bei dem Blockfötensolo handelt es sich um einzelne kurze Abschnitte, die der Spieler nach Belieben aneinanderfügen und kombinieren kann. Avantgardistische Spieltechniken, wie z.B. Mehrklänge, Mikrotonalität und Glissandi werden in jedem Fragment exemplarisch durchgeführt. Das Werk ist mittlerweile ein Standardwerk moderner Blockflötenliteratur. Perfekt in der Ausführung beeindruckte Barbara Stumpf als Solistin auf der Tenorblockflöte durch die individuelle Auslegung des sehr anspruchsvollen Werkes.

Auch der musikalische Nachwuchs aus der Blockflötenklasse von Christine Stumpf, Iszabella Fazekas, Katharina Witzig, Lisa Nagel, Lara Sadowski und Krisztina Fazekas, die sowohl zum ersten Mal solistisch auftraten, als auch zum ersten Mal in einem großen Ensemble mitwirken durften, begeisterte. Alles in allem ein hervorragendes Konzert, das an Niveau, Ausführung und Brillanz von Anfang an überzeugte.

(Text u. Fotos: Peter Klopf)

Veröffentlicht von Siegfried Bergler am So, 12.11.2017 20:17

Quelle https://www.schweinfurt-evangelisch.de/inhalt/musik-zum-traeumen

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18. November 2017

Übergabe des "Ökomenekreuzes"
beim ökumenischen Gottesdienst
am Volkstrauertag in St. Nepomuk, Garitz

Pfarrer Friedrich Mebert gab das "Ökumene-Kreuz" der evangelischen und der beiden katholischen Gemeinden Bad Kissingens weiter an Gemeindereferentin Barbara Voll.

Dieses Kreuz stand zunächst im Mittelpunkt eines ökumenischen Gottesdienstes, der an Pfingstmontag zum 500-jährigen Reformationsgedenken in der Wandelhalle von über tausend evangelischen und katholischen Christen gefeiert wurde. Als Koordinatenkreuz weist es in die vier Himmelsrichtungen und bringt damit die weltweite Verbundenheit der Christenheit symbolisch zum Ausdruck.

Das Ökumene-Kreuz stand ab Pfingstsonntag in der Erlöserkirche. Viele Menschen standen in der Zwischenzeit vor diesem Kreuz, viele schrieben in das daneben liegende Buch ihre Gedanken und Gebete, Persönliches und alles, was sie im Blick auf die Ökumene bewegte.

Das Kreuz und das Buch werden nun im nächsten halben Jahr ihren Platz finden in der St. Elisabeth-Kirche, ab Pfingstmontag 2018 in der Herz-Jesu-Kirche.   

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Weihnachtsoratorium in der Erlöserkirche

Aus der ganzen Republik kommen die Sänger zusammen. Der Projektchor kommt am Sonntag, 10. Dezember, nach Bad Kissingen. Jörg Wöltche Der Projektchor kommt am Sonntag, 10. Dezember, nach Bad Kissingen. Jörg Wöltche

Am Sonntag, 10. Dezember, gibt es in der Bad Kissinger Erlöserkirche um 19.30 Uhr das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach, davon die Kantaten I bis III zu hören. Das Besondere an dieser Aufführung: Es singt ein Projektchor, der sich aus Menschen zusammensetzt, die das Werk so gut kennen und können, dass sie aus purer Lust am Mitsingen aus allen Richtungen der Republik nur für diesen einen Tag zusammen kommen. Als Solisten singen: Cora Bethke (Sopran), Katrin Edelmann (Alt), Alexander Ernst Osthelder (der sein Debut als Tenor gibt, manche kennen ihn noch als Counter-Tenor) und Eric ergusson (Bass). Das erweiterte Kammerorchester Bad Kissingen musiziert unter der Leitung von KMD Jörg Wöltche. Karten gibt es ab sofort für das Mittelschiff nummeriert bei der Buchhandlung Reinisch und bei Mode-Ludewig. Karten mit freier Platzwahl für die Seitenschiffe und Emporen gibt es in ausreichender Zahl auch an der Abendkasse.

Bild Quelle: http://www.mainpost.de/regional/bad-kissingen/weihnachtsoratorium-in-der...
© Main-Post 2017

Text Quelle: https://www.mainpost.de/regional/bad-kissingen/weihnachtsoratorium-in-de...
© Main-Post 2017 - 5. Dezember 2017

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Musikalische Einstimmung auf das Fest

Um einen Chor aus dem Nichts zu zaubern, rief Kantor KMD Jörg Wöltche Chorsänger auf, sich zu einem Projektchor zusammenzuschließen.

Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium ist für viele Menschen in der Vorweihnachtszeit eine wichtige und willkommene Einstimmung auf das Fest. So war es erfreulich, dass Kantor KMD Jörg Wöltche nach 31 Jahren ohne dieses Hauptwerk des evangelischen Weihnachtsfestes mal wieder zur Aufführung der ersten drei Kantaten in die Erlöserkirche in Bad Kissingen einlud. Der heftige Schneefall in Bad Kissingen steuerte weihnachtliche Stimmung bei, doch haben sich die Aufführungsbedingungen an der Kirche seit 1986 fast umgekehrt. Damals hatte Kantor Lochner noch einen Kirchenchor, mit dem er das Werk über einen langen Zeitraum einstudieren konnte; einen solche gibt es an der Erlöserkirche seit vielen Jahren nicht mehr. Dafür kann er heute auf ein Kammerorchester zurückgreifen, mit dem er schon sehr viele Konzerte veranstaltet hat und das es von Kirchenkantaten gewohnt ist, mit Bläsern von außerhalb und Gesangssolisten zusammenzuarbeiten. Um einen Chor aus dem Nichts zu zaubern, rief Wöltche Chorsänger, die das Werk schon anderweitig gesungen hatten, auf, sich zu einem Projektchor für das Weihnachtsoratorium zusammenzuschließen. Auch das ist in der Vorweihnachtszeit nicht so ganz einfach, denn an vielen Kirchen sind die Sänger durch Proben und Aufführungen an ihren eigenen Ort gebunden. Wie Wöltche in seiner kleinen Begrüßung sagte, war auch die winterliche Pracht für einige weitere allzu hinderlich, so dass letztendlich 31 Sängerinnen und Sänger (darunter drei Kissinger) das kleine Podest in der Kirche füllten.
Die drei Kantaten für die ersten drei Weihnachtstage, auf die sich die Aufführung beschränkte, beginnen mit der durch Trompeten, Pauken, Holzbläser und volles Orchester zu feierlichem Jubel aufgetürmten wohl berühmtesten Komposition des Oratoriums, "Jauchzet, frohlocket", das nach erstaunlich mächtigem Beginn nur im exponierten Mittelteil die trotz großen Engagements der einzelnen Sänger etwas dünne Chorbesetzung zeigte, was sich in Konzentrationsmangel in der Chorfuge "Ehre sei Gott" und den Eckchorälen der 3. Kantate zeigen sollte, wo vor allem gegen Ende die Überstrapazierung der Stimmen ihren Tribut forderte. Die vielen Choräle, die Bach in die Komposition aufgenommen hat, wurden von dem kleinen Ad-hoc-Chor dagegen insgesamt intonationssicher und textverständlich interpretiert, verbanden auf staunenswerte Weise ein zügiges Tempo mit der dennoch spürbaren Haltung der Besonnenheit.
Bei den vier Gesangssolisten der Aufführung konnte Wöltche auf bekannte Kräfte zurückgreifen. Im Falle des Tenors bezieht sich das allerdings eher auf die Person als das Stimmfach. Alexander Ernst Osthelder hat sich in der Erlöserkirche schon häufiger als Countertenor bewährt; als Tenor steht er noch in der Ausbildung, was sich an seiner nicht wirklich runden Stimme bei seiner einzigen Arie, "Frohe Hirten" zeigte, bei der die Geläufigkeit er Textwiedergabe in den Koloraturen recht staunenswert war, die Intonation dagegen etwas zu wünschen übrig ließ und eine Stütze nicht erkennbar war. Die Rezitative des Evangelisten sang er mit wenig Timbre, einiges erinnerte an Sprechgesang, da ist noch einiges zu tun auf dem Weg zum Tenor. Cora Bethge mit ihrem mächtigen und tonsicheren Sopran war trotz Zusatzaufgaben als Engel und Rezitativ etwas unterfordert in diesen drei Kantaten, doch im Duett "Herr, dein Mitleid" zeigte sie im Verein mit Eric Fergusson, wieviel Feuer sie in diese sehr flott genommene, keineswegs weinerlich, sondern auftrumpfend optimistisch Trost verkündende Komposition legen konnte. Eric Fergusson singt mit imposant durchdringendem Bass und legt dabei angenehm großen Wert auf eine natürliche Gestaltung, was ihn nicht nur bei der berühmten wuchtigen Bassarie "Großer Herr und starker König" so richtig auftrumpfen, sondern auch sein winziges Rezitativ "So recht, ihr Engel, jauchzt und singet, dass es uns heut so schön gelinget" mit verschmitzter Ironie angesichts der Bachschen Selbstreflexion interpretieren ließ. Im Mittelpunkt der ersten drei Kantaten stehen schon aufgrund ihrer schieren Dauer die drei großen Arien für Alt, "Bereite dich Zion", "Schlafe, mein Liebster" und "Schließe, mein Herze". Mit Katrin Edelmann hatte Wöltche eine exzellent vorbereitete Sängerin im Quartett, die intonationssicher und mit sorgfältig austariertem Rhythmus und dabei äußerst textbezogen und mit staunenswerter innerer Ruhe gestaltete.
Auch beim - um Blech- und Holzbläser und dem in der Städtischen Musikschule tätigen Percussionisten Thomas Friedrich an den Pauken - erweiterten Kammerorchester der Erlöserkirche machte das Zuhören fast durchgängig Spaß. Wunderschön die strahlenden Trompeten im Eingangschor und bei der Bassarie, die solistische Oboe d'amore von Christiane Feig bei der Tenorarie und mit allen Holzbläsern beim Duett Sopran-Bass. Die Secco-Rezitative begleitete Wöltche selbst am Cembalo. Leider nur sporadisch hörbar, unterstützte Rudolf Schreiter an einer elektrischen Orgel die Continuogruppe aus Jan Jancalek (Cello) und Thomas Ahnert (Kontrabass), die bei den Arien durchgängig wohlüberlegt und mit viel Spiellaune konzentriert mitgestalteten. Wöltches ureigenes Streichorchester zeigte sich trotz einiger kleiner Unschärfen etwa in der Sinfonia als meist konzentriert zupackendes und sensibel interpretierendes Ensemble, was ihn wohl sicher von der Berechtigung seines gewagten Experimentes überzeugte. Auch die Zuhörer zeigten sich überaus zufrieden mit der Gesamtleistung und spendeten kräftigen Applaus, der durch die Wiederholung des diesmal durchgängig gelungenen Eingangschores belohnt wurde.

Gerhild Ahnert

Quelle: Mainpost 12. Dezember 2017

Artikel: http://m.mainpost.de/regional/bad-kissingen/musikalische-einstimmung-auf-das-fest;art433641,9819026

Bild: http://static1.mainpost.de/storage/image/3/2/2/0/7990223_teaser-big_1qb-9U_0lJ2nH.jpg

16. Dezember 2017

Orgelmusik bei Kerzenschein

 

22. Dezember 2017

Gopsel-Weihnacht im Max-Littmann-Saal

24. Dezember 2017 - Heilig Abend

Krippen-Singspiel in der Erlöserkirche

Mitschnitt der Uraufführung in der Kinderchristvesper, Sonntag, 24. Dezember 2017, Hl. Abend um 15 Uhr im Gottesdienst der Erlöserkirche Bad Kissingen.

Pepe, der Weihnachtsclown sitzt fast unbeachtet an der Weihnachtskrippe, bis Maria, ein Teenager, der gerade mit der eigenen Mutter beim Shoppen unterwegs ist, ihn entdeckt und „da hin will“. Im Gespräch zwischen den beiden wird die Weihnachtszeit der Gegenwart mit ihrer Hektik aus Eile, Geld und Steuererklärungen verbunden mit der originalen Weihnachtsgeschichte aus dem Evangelium nach Lukas im 2. Kapitel.

Es singen die Gospel Sparrows (Alter 4 bis 7 Jahre), die Gospel Kids (8-13 Jahre) und einige Assistenten des Jugendgospelchores „PraiSing“. ...

© 2017 Text und Musik von KMD Jörg Wöltche, Text Lied Nr. 2 teilweise von Silke Graskamp aus dem Musical „Darid“.

Text: KMD Jörg Wöltche - Quelle: http://www.erloeserkirche.info/musik-kunst/videos/krippenspiel/

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