Kurprogramm Vorstellung

 

23. April 2017
 
Bad Kissingen "Heilkraft aus dem Glauben"
 
Das Jahresprogramm "Sinn-Zeiten" der Kur- und Rehaseelsorge steht im Luther-Jahr ganz besonders im Zeichen der Ökumene.

Die Bad Kissinger Kur- und Rehaseelsorger beider Konfessionen haben ihr Programm für die kommende Saison vorgestellt. Das Heft ist mit dem Titel "Sinn-Zeiten" überschrieben und steht unter dem Jahresmotto "Weiter Sehen" der Erzdiözese München und Freising. Die Veranstaltungen widmen sich unter anderem dem Schwerpunkt 500 Jahre Reformation, das beide Konfessionen gemeinsam feiern.

Zum zweiten Mal gemeinsam

Hatte der Reformator Martin Luther mit dem Anschlag seiner 95 Thesen am 31. Oktober 1517 an die Tür der Wittenberger Schlosskirche die Spaltung der christlichen Kirche eingeleitet, bemühen sich die Bad Kissinger Kur- und Rehaseelsorger seit einigen Jahren verstärkt um ein gemeinschaftliches Zusammenwirken. Zum zweiten Mal präsentieren die katholische Gemeindereferentin Ursula Summa, unterstützt vom Pastoralreferenten und Kontaktpunkt-Leiter Rainer Ziegler, sowie die beiden evangelischen Pfarrer Steffen Lübke und Christel Mebert in nur einer Broschüre eine Vielzahl unterschiedlicher Veranstaltungen für Gäste und Patienten der Kurstadt, aber auch für deren Einwohner. "Wir treten jetzt immer ökumenisch auf", versichert Pfarrer Lübke, der als früherer Krankenhausseelsorger seit 2016 das Bad Kissinger Team verstärkt. Deshalb laden die Kurseelsorger zum ökumenischen Festgottesdienst am Pfingstmontag, 5. Juni, im Kurgarten ein, an dem erstmals sämtliche Geistliche beider Konfessionen teilnehmen werden. "Pfingsten ist doch das ökumenische Kirchenfest schlechthin", erklärt Lübke. "Mit der Aussendung des Heiligen Geistes auf die Jünger Jesu wurde die christliche Kirche gegründet." Etliche Programmangebote, teilweise auch von anderen Veranstaltern, sind dem 500. Reformationsjahr gewidmet: Dies gilt für das Schauspiel "Martin Luther & Thomas Münzer oder die Einführung der Buchhaltung" (6. Mai) ebenso wie für den Kabarettabend "Alles in Luther" (24. Mai). Wie bisher gibt es aber auch die beliebten Führungen durch vier Bad Kissinger Kirchen, schon bekannte Veranstaltungsreihen wie den Orgelzyklus, das "Kissinger Sommer-Betthupferl" oder die Spaziergänge auf dem Weg der Besinnung, aber auch den meditativen Baumspaziergang durch den Luitpoldpark (23. Juni).

Argumente für den Glauben

"Warum ich in der Kirche bleibe?", fragt sich und seine Zuhörer der Theologe Wunibald Müller (28. Juni) im Rahmen der beliebten Mittwochsgespräche. Eine sehr persönliche Antwort darauf gibt Kurseelsorgerin Summa: "Weil es keine bessere Alternative gibt." Der Mensch braucht im Leben die Kraft einer stützenden Gemeinschaft. Viele finden diese Stütze in ihrer Glaubensgemeinschaft. Manche finden sie erst nach langer Zeit wieder, wissen die Bad Kissinger Kurseelsorger. Das Jahresmotto "Weiter Sehen" ist für sie deshalb gleichbedeutend mit "anders sehen": Durch den Abstand von daheim verliert der Kurgast oder Patient seinen engen Tunnelblick und erlebt eine neue Sicht auf seinen üblichen Alltag daheim. "Die Nachfrage nach unserem Angebot ist enorm", hat Steffen Lübke in seiner noch kurzen Amtszeit in der Kurstadt schon erfahren. "Die Menschen haben Zeit zum Nachdenken." Außerdem sind viele Patienten nach einer schweren Operation "in einer Umbruchsituation und müssen ihr Leben neu bewerten", wie Lübke es ausdrückt. So kommen nicht wenige Patienten der Rehakliniken durch die Gespräche mit den Kurseelsorgern nach langer Zeit erneut mit der Kirche in Kontakt. "Verschüttetes kommt dann wieder zum Vorschein", weiß Pfarrerin Mebert. "Unsere Patienten schöpfen Heilkraft aus dem Glauben", bestätigt Gemeindereferentin Summa. "Den meisten ist die Konfession dabei völlig egal."

Quelle: http://markt.mainpost.de/regional/bad-kissingen/Heilkraft-aus-dem-Glaube..., B::pic433645,7653508
© Main-Post 2017 Text und Bild: Sigismund von Dobschütz 23. April 2017 18:38 Uhr Aktualisiert am: 15. November 2017 07:22 Uhr